Deutsche Vereinigung für Rehabilitation
Friedrich-Ebert-Anlage 9
69117 Heidelberg
Servicebereich

Sondergutachten des Sachverständigenrats 2009: „Koordination und Integration – Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens“
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen unter seinem Vorsitzenden Prof. Dr. Wille hat am 30. Juni das Sondergutachten 2009 mit dem Titel „Koordination und Integration – Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens“ vorgelegt.
Das in seiner Langfassung 904 Seiten und in der Kurzfassung noch 184 Seiten starke Gutachten ist unter unten angegebenem Link im Internet abrufbar.
http://www.svr-gesundheit.de/Startseite/Startseite.htm
Eine der Kernaussagen des Gutachtens bezieht sich auf den demografischen Wandel und die Veränderung des Krankheitsspektrums der Bevölkerung auf die primärmedizinische Versorgung der häufigsten Gesundheitsprobleme.
Dabei stellt der Rat die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen hausärztlichen Primärversorgung in den Vordergrund. Die niedergelassenen Fachärzte sollen die Aufgabe eines wichtigen Bindeglieds zwischen der Primärversorgung durch Hausärzte und der hoch spezialisierten stationären Behandlung bilden.
In dieser vom Sachverständigenrat so bezeichneten Sekundärversorgung an der Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor sieht der Rat die größten Defizite (ineffiziente und ineffektive Konkurrenz). Daher regt der Rat eine Vereinheitlichung der Qualitätsstandards, der Vergütung einschließlich der Investitionsfinanzierung und der Genehmigung neuer Behandlungsmethoden für Fachärzte und Kliniken an. Eine effiziente sektorenübergreifende Versorgung ist nach Auffassung und den Empfehlungen der Sachverständigen am ehesten zu gewährleisten, wenn die beteiligten Leistungserbringer für ein gemeinsames Budget arbeiten und eine sektorübergreifende Pauschale erhalten. Dabei sollte ein vereinheitlichtes Leistungsangebot unterbreitet werden.
Mit diesen Hinweisen unterstützt der Sachverständigenrat die Bestrebungen des Bundesgesundheitsministeriums und der jüngsten gesetzlichen Neuregelungen, die eine stärkere und vielfältigere Kooperation der Versorgungssektoren erlauben. Ob die angedachte Integration der niedergelassenen Fachärzte in den klinischen Betrieb am Ende (doch) zu einer Aufgabe der doppelten Facharztschiene führen soll, ist dem Gutachten nicht explizit zu entnehmen, solche Tendenzen scheinen aber jedenfalls im Hintergrund nach wie vor aktuell zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Weise die zukünftige Gesundheitspolitik die Anregungen des Sachverständigenrats aufgreifen wird. Dies wird nicht zuletzt auch von dem Ergebnis der anstehenden Bundestagswahl und der neuen Regierungsbildung abhängen. (Quelle: AWMF)
Im Downloadbereich stehen die Pressemitteilungen des SVR-Gesundheit und der Bundesgesundheitsministerin zur Verfügung.







