Deutsche Vereinigung für Rehabilitation
Friedrich-Ebert-Anlage 9
69117 Heidelberg

Servicebereich

Aktuelles

20 Jahre Amputierten-Initiative – erfolgreiches Wirken für amputierte und gefäßkranke Menschen

26.01.11

Eine zu den Mitgliedern der DVfR zählende, verdienstvolle und sehr erfolgreiche Selbsthilfe­initiative, die nach wie vor von ihrer selbst betroffenen Mitbegründerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Dagmar Gail, geführt wird, beging am 18. Januar 2011 in Berlin das Jubiläum des 20-jährigen Bestehens.

Die Feier wurde zugleich auch eine erneute Würdigung von Frau Gails exemplarischer Lebensleistung als Vorsitzende der Amputierten-Initiative, bei der insbesondere die ständige Ansprechbarkeit durch Patienten, welche eine Amputation von Gliedmaßen erlitten haben oder denen diese droht, und eine verlässliche partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einschlägigen Ärzten und ihren Verbänden als Charakteristika herausgestellt wurden. Das machte Karin Knufmann-Happe in Vertretung von Bundesgesundheitsminister Dr. Rösler ebenso deutlich wie der Regierende Bürger­meister Berlins, Klaus Wowereit, in seiner sehr persönlich gehaltenen Würdigung des Verbands und vor allem der Mitbegründerin und Vorsitzenden. Eine beachtliche Professoren-Riege, angereist aus der ganzen Republik, vermittelte bei der Jubiläumsfeier geradezu den Eindruck eines Who-is-Who der Angiologie, Gefäßchirurgie, medizinischen Traumatologie und operativ-technischen Orthopädie; nahezu alle der großen hochspezialisierten Zentren, die es in Deutschland für die periphere arterielle Verschlusskrankheit gibt, waren vertreten und bekundeten ihren Respekt. Dass auch die Krankenversicherung, die Unfallversicherung, die Orthopädietechnik, die einschlägige Pharma-Forschung und auch viele Rehabilitations­einrichtungen hochrangig vertreten waren, zeugte davon, wie stark sich in den letzten zwei Jahrzehnten auf diesem Gebiet Medizin und Rehabilitation als angewandte Wissenschaften und Wirkungsfelder von dem Patientenwissen und -selbstverständnis der Selbsthilfe haben anregen oder befruchten lassen – und umgekehrt. Der Amputierten-Initiative gebührt auch das Verdienst, die Problematik von peripheren arteriellen Gefäßverschlüssen unter Gesichtspunkten der Prävention und – wo Amputationen unausweichlich waren – vor allem der Teilhabe in allen Lebensbereichen nicht nur in ihre Beratungsarbeit einbezogen, sondern auch öffentlich popularisiert zu haben. Die Prägung des vor 20 Jahren noch unbekannten Begriffs „Beininfarkt“ macht etwa deutlich, dass es manchmal griffige Formulierungen braucht, um Erkrankungen und Krankheitsrisiken mit anderen gleichzustellen, damit die Anliegen Betroffener mehr Beachtung erfahren – fanden bisher doch Herz- und Hirninfarkte, also Krankheiten auf Basis vergleichbarer Gefäßerkrankungen in anderen Körperregionen, viel mehr Aufmerksamkeit. Beim Jubiläumsakt kamen deshalb neben professionellen Fachleuten auch Betroffene ausführlich zu Wort, anerkannt als Experten in eigener Sache.

Eine Übersicht über 20 Jahre Vereinsgeschichte der Amputierten-Initiative, zusammengestellt als bebildertes Referat von Dagmar Gail, kann angefordert werden über eine E-Mail an die Geschäftsstelle: info(at)amputierten-initiative.de.

www.amputierten-initiative.de


Seite drucken