Spina bifida-Ambulanz Mainz mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille geehrt

Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille

Für ihr herausragendes Engagement bei der medizinischen Behandlung, sozialen Unterstützung und lebenslangen, umfassenden, multidisziplinären Begleitung und Rehabilitation von Menschen mit Spina bifida wurde das Team der Spina bifida-Ambulanz des Zentrums für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie der Rheinhessen-Fachklinik Mainz von der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation mit der Kurt-Alphons-Jochheim Medaille am 30.06 2011 im Rahmen des DVfR-Kongresses ausgezeichnet.

Prof. Dr. Hans Jürgen Gerner, Vorstandsmitglied der DVfR und ehemaliger Direktor der Abteilung Orthopädie II der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, betonte in seiner Laudatio sowohl den ganzheitlichen Ansatz und die multidisziplinäre Versorgung der Patienten durch das Mainzer Ambulanz-Team, als auch die hervorragende Zusammenarbeit mit Experten der umliegenden Kliniken, der Universitätsklinik Mainz sowie der örtlichen Selbsthilfegruppe Arque (Arbeitsgemeinschaft für Querschnittgelähmte mit Spina bifida/Rhein-Main-Nahe e. V.). Die umfassende Behandlung zeichne sich dadurch aus, dass Patienten mit Spina bifida schon vor der Geburt und dann lebenslang von der Ambulanz mit einem Netz von vielen Kooperationspartnern regional und überregional versorgt werden. Somit habe die Mainzer Ambulanz mit ihrem hohen Engagement als eine der ersten Einrichtungen dieser Art in Deutschland Vorbildcharakter.

Im Anschluss an die Laudatio übergab Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann den anwesenden Teammitgliedern die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille.

Das interdisziplinäre Team der Spina bifida-Ambulanz Mainz setzt sich zusammen aus den Bereichen Ärztlicher Dienst (Kinderneurologie, Neurologie), Psychologischer Dienst, Therapeutischer Dienst (Physiotherapie, Ergotherapie, Rehaberatung, Pflege, Sozialdienst) und Administration.

Team der Spina bifida-Ambulanz (von li.: Frau Christina Wollstädter, Frau Heike Herrmann, Frau Rosemarie Holm, Frau Dr. Anne Bredel-Geißler, Herr Dr. Helmut Peters und Frau Dr. Katharina Molnar - im Hintergrund: Prof. Hans Jürgen Gerner, Laudator und Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation)

Von links nach rechts: Frau Christa Wollstädter, Rehaberaterin und Kinderkrankenschwester, Frau Heike Herrmann, Verwaltungs-leitung, Frau Rosemarie Holm, Physiotherapeutin, Frau Dr. Anne Bredel-Geißler, Oberärztin, Leiterin der Spina bifida-Ambulanz, Herr Dr. Helmut Peters, ärztlicher Leiter des Zentrums für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie und Frau Dr. Katharina Molnar, Assistenzärztin.

Bei der Ehrung nicht anwesend: Frau Hildegard Betz,  Sekretariat, Frau Dr. Julia Bock-Knoblauch, Psychologin, Frau Claudia Hees, Sozialpädagogin, Herr Andreas Herdt, Ergotherapeut und Rehaberater, Frau Sabine Katzenbecher, Schreibdienst und Frau Antje Wolf, Rehaberaterin und Krankenschwester. 

Stellvertretend für das gesamte Team nahm Frau Dr. Bredel-Geißler, Leiterin der Spina bifida-Ambulanz, die Medaille und Urkunde entgegen: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Auszeichnung eine Anerkennung erhalten für unsere doch häufig sehr anstrengende aber gleichermaßen auch sehr erfüllende Arbeit mit Menschen mit Spina Bifida und Hydrocephalus“. Sie dankte an dieser Stelle allen, die mit der Spina bifida-Ambulanz in engem kooperativem interdisziplinären Austausch stehen, u. a. die Universitätsklinik Mainz und die Selbsthilfegruppe Arque sowie Herrn Dr. August Ermert, der wie kein anderer die professionelle Arbeit mit Menschen mit Spina Bifida in der Bundesrepublik auf den Weg gebracht hat.

Anschließend kam Dr. Peters, ärztlicher Leiter Zentrums für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, in seiner Dankesrede nochmals auf den Ideengeber der Spina bifida-Ambulanz, Dr. Ermert, zurück, der selber Student bei Prof. Kurt-Alphons Jochheim war. Dr. Ermert hatte Jochheims Ideen einer multidisziplinären Rehabilitation zur Erlangung von Selbständigkeit und Integration aufgegriffen und verfolgte wie Jochheim in seiner Arbeit einen ganzheitlichen Ansatz, indem das Leistungsangebot der Spina bifida-Ambulanz nicht nur Kindern zur Verfügung gestellt wird, sondern auch Erwachsene umfassend behandelt, unterstützt und versorgt. Zum Anderen ist die Spina bifida-Ambulanz Mainz ein Beispiel für eine gute Vernetzung mit anderen Unterstützungsstrukturen.

In seinen Abschlussworten betonte Dr. Schmidt-Ohlemann, dass die DVfR mit der Verleihung der Medaille zum Ausdruck bringt, dass dieses Modell der Spina bifida-Ambulanz ganz wesentlich zur wohnortnahen und zur sozialraumorientierten Inklusion beitrage. Diese Medaillenverleihung setze auch einen politischen, gesundheitsversorgerischen und ethischen Akzent, denn solche Versorgungsformen und Arbeitsweisen wie sie die Spina bifida-Ambulanz Mainz repräsentiere, werden von Menschen mit Behinderung vor Ort benötigt.


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